Hilfe bei unerfülltem Kinderwunsch

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert ein Paar, das bei regelmäßigem, ungeschütztem Verkehr innerhalb eines Jahres nicht schwanger wird als steril. Doch dieser Zeitraum ist recht eng gefasst, denn bei vielen Erwachsenen mit Kinderwunsch stellt sich mit etwas mehr Zeit doch noch eine Schwangerschaft ein. Allerdings bleiben in Deutschland dennoch etwa 5 Prozent aller Paare, die sich Nachwuchs wünschen, kinderlos. Viele Betroffene stehen durch die Kinderlosigkeit unter einem hohen Leidensdruck, der sich auch in psychischen Symptomen wie beispielsweise Depressionen niederschlagen kann. Doch es gibt Wege, um sich den Traum von der Familie dennoch zu erfüllen.

Medizinische Kinderwunschbehandlung

Heute kann Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch auf vielfache Weise geholfen werden. Zunächst muss abgeklärt werden, ob die Ursache bei der Frau oder dem Mann liegt. Sollte das Problem in den männlichen Samen liegen, kann in manchen Fällen bereits eine Insemination – eine bloße Übertragung der Samen in den Genitaltrakt der Frau – helfen. Bei zu schlechtem Spermiogramm, können operative Eingriffe in Erwägung gezogen werden, damit eine Vaterschaft dennoch realisierbar ist. In einem speziellen Verfahren werden – entweder aus den Nebenhoden (MESA) oder aber aus dem Hoden (TESE) – Samenzellen für eine künstliche Befruchtung gewonnen. Ist der Partner jedoch steril, so kann auf eine Samenspende zurückgegriffen werden. Durch eine Eizellenspende den unerfüllten Kinderwunsch zu besiegen – sollte die medizinische Ursache bei der Frau gefunden werden –, ist aufgrund der rechtlichen Lage in Deutschland wesentlich komplizierter.

Adoption in Deutschland

Doch auch Kinderwunschbehandlungen müssen nicht von Erfolg gekrönt sein und auch ein erheblicher finanzieller Aufwand sowie psychischer Leidensdruck sprechen oft gegen die oftmals langwierige Prozedur. Für viele Paare kommt dann eine Adoption infrage. Für eine Adoption in Deutschland bewerben sich die Paare beim zuständigen Jugendamt oder bei einer anerkannten Adoptionsvermittlungsstelle. Sollte die Eignungsprüfung positiv ausfallen, wird ein passendes Kind vermittelt und nach einer Adoptionspflegezeit kann die Adoption durch ein Familiengericht genehmigt werden.

Leihmutterschaft im Ausland

Damit beide oder zumindest ein Elternteil leiblich mit dem Kind verwandt ist, kann eine Leihmutterschaft in Betracht gezogen werden. Diese sind in Deutschland und vielen anderen Staaten der Welt jedoch verboten. In Statten wie Russland, Georgien, Indien, Thailand und Teilen der USA sind diese jedoch rechtlich möglich. Viele entscheiden sich für eine Leihmutterschaft in der Ukraine. In der dortigen Gesetzgebung sind Rechte und Pflichten aller Teilnehmenden eines solchen Programmes deutlich geregelt, ebenso wie die Qualität der nötigen medizinischen Behandlungen. Laut der Gesetzeslage werden die Namen von Vater und Mutter direkt in die Geburtsurkunde eingetragen, die Leihmutter erwirbt keine Elternrechte und kann diese vor Gericht auch nicht einklagen. Nach Ablauf des Programmes bekommen die genetischen Eltern einen Reisepass für das Kind, damit sie es zeitnah mit in sein neues Zuhause nehmen können. Ein weiterer Vorteil ist, dass man bei der Leihmutterschaft weniger behördliche Prüfungsverfahren durchlaufen muss als bei einer Adoption in Deutschland. Allerdings ist die gesamte Prozedur mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden. Die Gebühren stellen für Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch jedoch in den meisten Fällen kein Hindernisgrund dar, denn am Ende können sie genetisch mit ihnen verwandtes Baby in den Armen halten – natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass die Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft.