Impfen- ja oder nein?

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Eines ist gewiss: die Frage, ob ein Kind geimpft werden soll oder nicht, ist nicht immer leicht zu treffen. Schließlich möchten Eltern das Beste für ihr Kind. Immer wieder hört man von Impfungen, die nicht gut vertragen werden oder gar Impfschäden verursachen. Laut Empfehlungen des Gesundheitsministeriums sind gerade in den ersten drei Lebensjahren eines Kindes sehr viele Impfungen vorgesehen. Jede Impfung ist ein Eingriff in den kindlichen Organismus und viele Eltern fragen sich, ob es wirklich notwendig ist, schon kleine Babys so vielen Impfungen auszusetzen.

Seit wann gibt es eigentlich Impfungen?

Vor einigen Jahrhunderten hätte man vermutlich viel Geld bezahlt, um Kinder gegen schwere Krankheiten impfen zu lassen. Heute ist es selbstverständlich und im Mutter-Kind-Pass vorgesehen, dass schon sehr junge Babys Schutz gegen schwerwiegende Erkrankungen erhalten. Der englische Art Edward Jenner war der erste Mediziner, der einen wirksamen Impfschutz entwickelte, Im Jahr 1796 verabreichte er einem Buben eine Spritze, die das Kind gegen die gefürchtete Pockenerkrankung immunisiere. Er gab dem Verfahren den Namen „Vaccine“. Seit dieser bahnbrechenden Erfindung wird ständig an neuen Impfstoffen gearbeitet.

Impfen- wissenswerte Hintergründe

Wird ein Großteil der Bevölkerung gegen eine bestimmte Krankheit geimpft, kann man davon ausgehen, dass diese über Jahre hinweg ausgerottet wird. Zu den häufigsten Impfungen, die von Kinderärzten empfohlen werden, zählen:

  • Rotaviren
  • Tetanus
  • Diphterie
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Kinderlähmung
  • Masern, Mumps, Röteln
  • Pneumokokken
  • Hepatitis

Ärzten ist bewusst, dass das Impfen die Säuglinge extrem belastet und unter Stress setzt. Aus diesem Grund wurden spezielle Kombinationsimpfstoffe entwickelt, die mit einem Stich gleich gegen mehrere Krankheiten wirken. Generell unterschiedet man zwischen Lebend- und Totimpfstoffen. Bei Lebendimpfstoffen ist besondere Vorsicht geboten. Dabei wird Kindern und Erwachsenen eine geringe Anzahl an Viren verabreicht. Der Vorteil bei Lebendimpfstoffen ist, dass man mit einer Spritze oft ein Leben lang geschützt ist und oft eine Auffrischung nicht notwendig ist. Für immungeschwächte Personen sind Lebendimpfungen nicht zu empfehlen, da sie den Körper belasten. Auch Schwangere sollten nicht mit Lebendimpfstoffen behandelt werden. Zu den geläufigsten Lebendimpfstoffen gehören Masern, Mumps und Röteln. Egal ob eine Spritze mit einem Lebend- oder Totimpfstoff ansteht, man sollte zum Zeitpunkt der Impfung möglichst keinen Infekt in sich tragen. Am besten lässt man sich nur impfen, wenn man sich richtig gesund fühlt.

Impfen – die Vor- und Nachteile

Lässt man ein Kind mit allem durchimpfen, was Ärzte so anbieten, kommt man im Verlauf der ersten 14 Lebensmonate auf sage und schreibe 29 Spritzen. Das ist für Babys nur schwer zu verkraften – und von Eltern ebenso. Viele Babys fangen schon an zu weinen, wenn sie mit ihren Eltern die Arztpraxis betreten, weil bei jedem Besuch der gefürchtete Stich auf sie wartet. Das wichtigste Argument der Impfbefürworter ist natürlich der Schutz gegen Krankheiten. Kein verantwortungsbewusster Elternteil möchte, dass der Nachwuchs schwer erkrankt. Ein guter Schutz der Gesamtbevölkerung kann nur dann erreicht werden, wenn sich der Großteil der Menschen impfen lässt. Je mehr Impfverweigerer es gibt, umso eher besteht die Chance, dass bereits ausgerottete Krankheiten wieder nach Europa zurückkehren. Experten schätzen, dass eine völlige Ausrottung nur dann möglich ist, wenn sich 95 Prozent der Bevölkerung impfen lässt. Diese Quote wurde zum Beispiel in den 1970er Jahre bei der Pockenimpfung erreicht. Impfgegner fürchten das Risiko, das jede Spritze mit sich bringt. Das Risiko, einen Impfschaden zu entwickeln ist allerdings um ein Vielfaches niedriger als dass es zu Komplikationen kommt, wenn man tatsächlich schwer erkrankt. Impfen macht also durchaus Sinn. Am besten spricht man mit dem Kinderarzt über die Befürchtungen und lässt sich umfassend beraten

Wie sieht es bei getrennt lebenden Eltern aus?

Viele Kinder leben nur mehr bei einem Elternteil. Wer ist dafür verantwortlich, dass das Kind regelmäßig geimpft wird? Und was passiert, wenn sich die Eltern in dieser Frage nicht einig sind? Die Fachkanzlei für Familienrecht in Siegen führt dazu auf ihrer Webseite an, dass die Frage, in welchem Umfang ein Kind geimpft werden soll, beide Elternteile betrifft. Eigentlich wäre in solchen Fällen die Einverständniserklärung von Vater und Mutter notwendig. Sind sich die Elternteile uneinig und kommt es diesbezüglich zum Streit, kann das Familiengericht einen Befugten bestimmen, der in Impffragen zu entscheiden hat. Das Gericht wiegt ab, ob Vater oder Mutter am ehesten dafür geeignet sind, im Sinne des Kindeswohls zu entscheiden. Am besten lässt man es jedoch erst gar nicht soweit kommen, sondern spricht möglichst in aller Ruhe mit dem getrennt lebenden Partner. Ein gemeinsames, klärendes Gespräch beim Kinderarzt kann ebenfalls hilfreich sein. Beim Thema Impfung sollten selbst Eltern im Scheidungskrieg nicht an sich, sondern in erster Linie an das Wohlergehen des Kindes denken.

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