Wie Sie den richtigen Anwalt für eine Scheidung finden

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Um in Deutschland eine Ehe aufzulösen, muss ein Anwalt den Scheidungsantrag der Ehepartner einreichen. Dies ist in Paragraf 114 des FamFG (Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit) festgelegt. Viele Trennungswillige stellt das vor eine große Herausforderung. Wir verraten Ihnen, wie Sie einen guten Rechtsbeistand für Ihre Scheidung finden.

Welche Aufgaben übernimmt der Scheidungsanwalt?

Bei einem Scheidungsanwalt handelt es sich um einen Rechtsvertreter, der Ihr Scheidungsverfahren übernimmt. Die Berufsbezeichnung gibt es so nicht. Vielmehr ist das Scheidungsrecht ein Teilgebiet eines versierten Rechtsanwalts für Familienrecht. Dieser bietet Ihnen bei allen Rechtsfragen im Hinblick auf die Scheidung eine umfassende Beratung. Er unterliegt laut § 43a Absatz 2 der Bundesrechtsanwaltsordnung der Verschwiegenheitspflicht. Alles, was Sie mit dem Anwalt besprechen, bleibt vertraulich. Ihr Rechtsbeistand übernimmt das Mandat bei allen wichtigen Rechtsfragen aus den Bereichen:

  • Antrag auf Ehescheidung und Scheidungsbeschluss mit Rechtskraftvermerk,
  • Unterhaltsansprüche des Ehepartners und von gemeinsamen Kindern,
  • Aufteilung des Hausrats und Zuteilung der Ehewohnung,
  • Kindschaftssachen wie Sorgerecht, Umgangsrecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht,
  • Versorgungsausgleich, Vermögensausgleich und Güterrecht.

Reicht ein Anwalt für eine Scheidung aus?

Handelt es sich um eine einvernehmliche Scheidung, benötigt nur eine Partei einen Anwalt. Oft reicht der Familienrechtsanwalt ausschließlich den Antrag auf Eheschließung bei Gericht ein. Die Kosten teilen sich die Ehepartner. Bei strittigen Scheidungen ist ein Anwalt für jede Partei zweckdienlich. Handelt es sich um hohe Vermögenswerte oder hat ein Ehepartner keine Geschäftserfahrung, ist auch bei Einvernehmlichkeit ein Rechtsanwalt für beide Parteien empfehlenswert.

Den geeigneten Anwalt für Familienrecht finden

Auf der Suche nach einem Rechtsanwalt für Familienrecht sind die Gelben Seiten kein kompetenter Partner. Anhand einer Anzeige lässt sich nicht ausmachen, wie fachkundig ein Jurist auf dem Gebiet des Scheidungsrechts ist. Empfehlungen von Bekannten sind ebenfalls nicht zweckdienlich, da jede Scheidung individuell abläuft.

Anhaltspunkte für einen guten Anwalt:

  • Internetauftritt: Auf der Webseite einer Kanzlei finden Sie im besten Fall umfassende Informationen zu den Anwälten und deren Kompetenzen. Ein gutes Beispiel ist die Homepage von Klaus Jakob Schmid, Rechtsanwalt für Familienrecht in Dachau. Praktisch sind erste Informationen zum Themengebiet, die über Pflichten und Rechte bei einer Trennung informieren. Achten Sie auf eine Kanzlei mit professionellem Internetauftritt.
  • Online-Scheidung: Oft bieten Anwälte ihren Klienten eine Online-Scheidung an, bei der die wichtigsten Punkte per E-Mail geklärt werden, bevor sich die Parteien zum Scheidungstermin treffen. Ein guter Rechtsbeistand informiert über die Vorgehensweise bei dieser Art der Scheidung.
  • Erstberatung: Ein Anwalt für Familienrecht bietet Ihnen einen ersten Beratungstermin, um Sie über Ihre Optionen aufzuklären. Teilweise ist das Erstgespräch kostenfrei. Rechnen Sie bei einer seriösen Kanzlei mit maximal 250 Euro für die Beratung. Im Laufe des Gespräches erhalten Sie einen Eindruck von der Persönlichkeit und Arbeitsweise des Anwaltes. Hier geht es darum, ob er das Mandat für Sie übernimmt. Mit einem geeigneten Anwalt stimmt die Kommunikation auch auf zwischenmenschlicher Ebene, damit Sie sich ihm uneingeschränkt anvertrauen. Wichtig ist, dass der Rechtsbeistand auf all Ihre Fragen eingeht. Gleichzeitig kommen die zu erwartenden Kosten zur Sprache. Die Gebühren richten sich nach dem Verkehrswert Ihrer Scheidung. Ein Kostenvoranschlag bietet einen guten Überblick.
  • Serviceorientierung: Bereits zu Beginn weist Sie der Rechtsanwalt auf die für eine zügige Scheidung erforderlichen Unterlagen hin. Bei den Gesprächen ist er vorbereitet und kennt Ihren Fall bis ins Detail. Ist eine Partei einkommensschwach, informiert sie der Rechtsbeistand über die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung wie Verfahrenskostenhilfe. Eine Ratenzahlung ist eine kulante Geste.

Woran erkennen Sie, dass ein Anwalt sich auf einem Fachgebiet auskennt?

Um als Fachanwalt zu gelten, weist der Anwalt mindestens 120 bearbeitete Fälle in dem Rechtsgebiet vor. Davon wurde die Hälfte oder mehr in einer Gerichtsverhandlung entschieden. Zusätzlich sind Fachanwälte angehalten, regelmäßig an Fortbildungen ihres Fachgebietes teilzunehmen und sich auf den neuesten Stand zu bringen.