Tischmanieren bei Kleinkindern – darauf sollte man achten

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Wer selbst Kinder hat kennt vermutlich die anfänglichen Schweinerein bei Tisch. Der Brei spritzt über den ganzen Tisch und auch bei den älteren Kindern wird gekleckert. Dies ist grundsätzlich ja etwas ganz Normales bei Kleinkindern. Auch wenn es für die Eltern meist anstrengend ist, ist das herumschmieren und klecksen mit Brei und anderem Essen sogar ein wichtiger Entwicklungsschritt der Kinder. Durch dieses selbstständige Gestalten, ja für Kinder ist das Patzen und Schmieren eines Breis wie eine erste Zeichnung, entdecken sie erstmals, dass sie durch eigenes Tun etwas gestalten können. Diese, teils eher ungewünschten, Handlungen, sind die ersten Schritte Richtung Zeichnen und Basteln. Doch auch wenn dies für die Entwicklung der Kleinkinder wichtig ist, sollte sich diese Patzerei im Rahmen halten. Doch ab wann steigt man bei Kleinkindern auf festere Nahrung und eigenes Besteck um?

Der „Baby-Ernährungsplan-Check“

Wann man seinem Kind erstmals breiige oder auch feste Nahrung gibt, ist eine heikle Angelegenheit. Schließlich ist der kleine Kinderbauch in den ersten Monaten noch sehr empfindlich und verträgt noch nicht alles. Die optimale Erstmahlzeit ist natürlich die Muttermilch. Laut Forschungen reicht Babys im ersten halben Lebensjahr die Versorgung durch die Muttermilch vollkommen aus. Aber nicht nur als Nahrungsquelle ist die Brust der Mutter wichtig für Babys. Vor allem die in der Muttermilch vorhandenen Antikörper brauchen die Kinder ganz notwendig. Sie schützen vor Infektionen und stärken den noch so kleinen Körper. Zu dem soll das Stillen die Kinder vor der Entwicklung von Allergien schützen. Abgesehen von dem Schutz, der die Muttermilch bietet, hat das Stillen aber auch noch eine soziale Komponente. Es prägt das Kind extrem an die Mutter und es entsteht von Anfang an eine innige Bindung. Falls das Stillen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht möglich ist, ist es wichtig immer die passende Milchnahrung zu wählen. In den ersten paar Monaten sollte dies unbedingt eine „Pre-Milch“ sein, da diese mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen angereichert ist.

Beikost sollte man frühestens ab dem fünften Lebensmonat einführen. Und dies heißt nicht sein Kind von jetzt auf gleich auf Brei umzustellen. Schleichend sollen Breimahlzeiten das Stillen ersetzen. Zu Beginn empfehlen Experten mit Gemüsebrei zu beginnen. Ab dem sechsten Lebensmonat kann man dann auch Milchbrei und Obstbrei dazufügen. Beikost, in die oft ach schon Fleisch untergerührt ist, empfiehlt sich erst ein Monat später. Erst mit dem achten Lebensmonat kann das Kind schrittweise am Familienessen teilhaben. Falls ein Kind im fünften Lebensmonat noch keinen Brei annehmen möchte, heißt es Geduld haben. Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell. Manche mögen sich auch erst mit einem dreiviertel Jahr ganzheitlich auf eine Beikost einlassen. Übrigens, am besten für die Gesundheit und die Entwicklung des Kindes, sind selbstgekochte Breis und Mahlzeiten.

Ab wann ist einem Kind zuzutrauen, Besteck zu verwenden?

Meistens zeigen Kleinkinder bereits im Alter von einem Jahr Interesse an dem Besteck ihrer Eltern. Nun kann man damit beginnen, den Löffel oder die Gabel gemeinsam mit dem Kind zu führen. Wenn das Kind längere Zeit zusammen mit seinen Eltern das Besteck geführt hat, kann man es auch einmal alleine versuchen lassen. Meistens ist dies allerdings noch eine ziemliche Sauerei. Kann das Kind bereist mit dem Löffel gut umgehen, kann man es auch einmal mit einer Gabel probieren lassen. Spezielles Kinderbesteck gibt es in unterschiedlichsten Variationen. Es gibt welche aus Edelstahl, aus Plastik oder Kunststoff. Auf jeden Fall ist ein robustes Material empfehlenswert. Schließlich wird das Besteck anfangs nicht nur zum Essen sondern oftmals auch als Wurfobjekt gesehen.

Wann der perfekte Zeitpunkt für ein Schneidegerät, also eines Messers, ist, wird viel diskutiert. Manche Eltern erlauben ihren Kindern das selbstständige Schneiden bereits im Alter von vier bis fünf Jahren. Andere dürfen ohne Aufsicht ein Messer erst mit zwölf Jahren bei Tisch führen. Wann ein Kind bereit ist, verantwortungsvoll mit einem Messer umzugehen, kommt ganz auf die Erziehungsarbeit der Eltern und den Entwicklungsstand des Kindes an. Grundsätzlich gilt die Faustregel, dass Kinder ab fünf ein Messer unter Aufsicht bekommen können, alleine damit essen sollten sie erst ab dem vollendeten achten Lebensjahr.